«Zämmahöckla und mitreda!»

Karin Gresser, Schulrätin von Widnau plus, erzählt von ihrer Arbeit. Bild: ak
Stefan Sieber, Gemeinderat von Widnau plus, gibt Einblick in sein Amt. Bild: ak
Nathalie Chambaz, dipl. Ing. FH und Raumplanerin, zeigt, worauf es bei der modernen Raumplanung ankommt…
…und freut sich auf das Präsent. Bilder: ak

Widnau Plus organisierte am Dienstag, 5. November 2019, im Restaurant Hecht einen Anlass für politisch interessierte Widnauerinnen und Widnauer. Er stand unter dem Motto: «Was wird Widnau 2020 beschäftigen?» Und sie kamen, die politisch interessierten Parteilosen, in erfreulich grosser Zahl. Sie wurden von Armando Köppel herzlich willkommen geheissen und aufgefordert, mitzureden, Anliegen einzubringen und sich politisch im Dorf zu engagieren.

Urban Hämmerle, alt Gemeinderat von Widnau plus, überflog kurz die Geschichte von Widnau Plus, die Organisation für Parteifreie, die in den 1960er-Jahren als «Freie Bürger» gegründet wurde. Ein Ziel der kleinen, aber oft erfolgreichen Gruppe, war: gut durchmischte und zusammengesetzte Räte, in denen auch parteilose Menschen mitarbeiten und mitreden können. Es gelang, öfters als es den etablierten Parteien lieb war, Einfluss auf die Wahlen zu nehmen. Anscheinend war auch die Bürgerschaft der Ansicht, dass gut zusammengesetzte, gemischte Räte engagierter und offener debattieren und die Ergebnisse ausgewogener werden.

Heute heisst die Gruppe Widnau plus. Das bedeutet: parteilos, liberal, unabhängig und sachbezogen. Dies ohne Mitgliedschaft und Ideologie. Mitmachen können alle Parteilosen aus Widnau, organisiert wird die Gruppe von einem gleichberechtigten Kernteam. 2020 ist ein Wahljahr Da nächstes Jahr Erneuerungswahlen in Gemeinderat, Schulrat und GPK stattfinden, sind geeignete Kandidatinnen und Kandidaten willkommen. Widnau plus coacht und unterstützt geeignete Kandidaturen auch in Kampfwahlen. Denn eines der Ziele ist, der Wählerschaft eine Auswahl zu bieten. Über die Arbeit in den Räten, momentane Themen und den zu erwartenden Aufwand orientierten die aktuellen Ratsmitglieder von Widnau plus .

Karin Gresser Tüscher referierte über die Arbeit im Schulrat, insbesondere über die grossen Unterschiede in Sprache, Können, Selbständigkeit und Interessen der Kinder beim Eintritt in Kindergarten und Schule. Die Herausforderung, diese grösser werdenden Unterschiede zu meistern, wird immer anspruchsvoller. Sandra Stoffel-Hämmerle sprach zur GPK. Sie zeigte auf was die Geschäftsprüfungskommission für spannende Aufgaben hat und wie sie arbeitet.

Stefan Sieber, der im Gemeinderat auch die Energiekommission leitet, zeigte auf, welche grossen und verantwortungsvollen Aufgaben heute dem Gemeinderat obliegen. In unserer Einheitsgemeinde ist der Rat auch für Infrastruktur der Schule verantwortlich, die technische Infrastruktur, das Strassen- und Wegnetz der Gemeinde, Budget, Rechnung und Sozialfragen. Eine grosse Aufgabe im 2020 wird die Ortsplanung und die Erneuerung der Baureglemente sein. Zu diesem Thema hat der Gemeinderat bereits Grundlagen erarbeitet und Fachleute beigezogen. Ende November wird der Gemeinderat den ersten Anlass für die Bevölkerung und die zukünftige Mitwirkung starten. Den Gemeinderat möchte Widnau plus motivieren, die Bevölkerung und die Parteien von Anfang an intensiv mitarbeiten zu lassen, Zielsetzungen gemeinsam zu erarbeiten. Mut zu eigenen Lösungen und zu weitsichtigen, evtl. auch zurückhaltenden Entscheiden zu haben.

Armando Köppel stellte dann die Referentin des Abends vor: Nathalie Chambaz, dipl. Ing. FH und Raumplanerin, die trotz Waadtländer Namen in Kriessern aufgewachsen und mit einem Widnauer verheiratet ist. Sie kennt unser Dorf und das Rheintal bestens, ihre Arbeit beim Kanton konzentriert sich jedoch auf die Region Gossau bis Rorschach. Widnau plus möchte die Bewohner Widnaus motivieren, bei dieser für die Entwicklung von Widnau eminent wichtigen Aufgabe engagiert mitzuarbeiten. Wie soll Widnau in zehn, 20 Jahren und später aussehen? Was möchten wir erhalten, was ausbauen, wie wohnen? Wie gross soll Widnau werden? Wie die immer lärmigere und intensivere Mobilität organisieren, wo Freiräume und Grünflächen erhalten? Nathalie Chambaz zeigte in einem kurzen, aber sehr interessanten Referat auf, welche Aufgabe die Gemeinde hat, welche gesetzlichen Rahmenbedingung einzuhalten sind, und was alles dazugehört. Begriffe und Vorgehen wurden erklärt und Möglichkeiten aufgezeigt. Sie zeigte mit Fotos von 1920, 1940, 1970 und 2010 die rasante Entwicklung Widnaus auf. Die Anwesenden wünschten sich mehrheitlich eine zurückhaltende innere Entwicklung – und nicht starkes Wachstum durch grosse Zuzüge.

Natürlich war die anschliessende Diskussion sehr engagiert und dauerte bis weit nach 22 Uhr. Die Referentin erhielt nebst Blumen und einem Rheintaler Kalender 2020 sowie viel Lob und Applaus. Es war ein gelungener Abend, man konnte dazusitzen und mitreden. (ak)

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